Oxidation

Und zwischen all dem Krieg

bist du.

Gläsern, zart und ohne Eile, wie ein Stalaknit, den Schwingungen des Schalls und dem Tropfen des Rinnsals ergeben.

Empfindlich, und unfähig zu überdauern – spottet man hier, in dieser sauren Luft.

Und zwischen all dem Hass

bist du.

Wie eine Pflanze auf einem Stein, in der einzigen Wasserquelle einer riesigen Wüste.

Und zwischen all der Verwüstung

da bist du.

Man hat vergeblich versucht dich zu stählen,

mit Händen und Worten aus Metall.

Welches ist nun stärker, hart oder weich, Säure oder  Base?

Denn zwischen all der Schändung

bist du.

Ohne Geiz und Ehre, Ehre und Geiz.

Um deinen Horst fliegen und zerschellen die Bomben, zerbersten die Knochen, fressen die Mäuler, gieren die Augen, lecken die Wunden.

Und zwischen all dem Einverleiben

bist du.

Mit einem steten, kühlen Tropfen Wasser und einer einfältigen Gewissheit, das Forcieren aufgegeben, bis die heiße saure Luft hereinströmt und den letzten Tropfen oxidieren lässt.

Und da bist du. Und gleichst jedem anderen Staub.