Essay des Verständnisses

Es ist doch ein weiter Weg über den Bürgersteig, zum nächsten Kaffeehaus, wenn man nicht die atomare Beschaffenheit des Asphalts versteht, dem die Füße sich so bodenständig aufsetzend anvertrauen, der Himmel ein Hellblau zeigt, wie das Blau von Vergißmeinicht, welche sich mit Pusteblumen paaren, die einer so fernen Welt entstammen, die Luft in eine Lunge dringt, beide ebenmäßig entfremdet von Körper und Umgebung und sich wieder einmal die Frage stellt:

„Was mache ich hier; wie kam ich her?“

All der Schall und Rauch, all diese Jahre, Lug und Trug, Schein und sein, Bühne auf, Bühne zu; Machen! Nicht auffallen. Geht nicht. Nochmal. Warum?

Abstand. Schauen. Beobachten. 

Und dann kommt er. Der Moment. In dem all das über eine Kante des Verstandes in das Nichts fällt, bedeutungslos, wie ausgelöscht, egal was war. Mein Hirn, eine Schale, um sie herum wabert Nebel. Der selbe Nebel, in dem auch Menschen plötzlich spurlos verschwinden und von einer Präsenz zu einer Koexistenz werden, wie vom Wasser das Nass. Schmelzen ein, in eine Leinwand, wie die Grundierung, die nicht notwendig scheint.

Ich bin das Produkt eines Alchemieversuchs, für das ich die Formel vergaß.

Ein Licht fällt in einem unbestimmten Winkel auf die Fassade der Hauswand und ändert in einem Schlag alles. Unwillkürlich dreht sich jede Empfindung und lässt mich regungslos geradeaus starren. So ist das also. Eine Flamme im Wind. Das ist es, was ich bin.

Es ist gut zu verstehen. Die nackte Brutalität zu begreifen. Endlich fühle ich mich roh. ungebogen und ohne Dich und ohne sie und ihn. Das ist sie, die Natur. Des Menschen Natur. Das Ich. Hässlich und frei. 

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